3.Kyu (grün)

Geschrieben von Jan Zimmermann am .

3. Kyu Prüfungsprogramm (grün)

Mindestalter: 12. Lebensjahr (Jahrgang)

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Vorkenntnisse stichprobenartig

Falltechnik

freier Fall
(beidseitig)
       
Grundform der Wurftechniken
(7 Aktionen)
Koshi-guruma (beidseitig)Image Ushiro-goshi (beidseitig)Image Hane-goshiImage Sumi-gaeshiImage Tani-otoshiImage
Grundform der Bodentechniken Ashi-gatameImage Image Ashi-garamiImage    
Anwendungsaufgabe Stand
(7 Aktionen)
  • Die fünf Wurftechniken aus je einer sinnvollen Situationen werfen
  • Wenn Uke sich durch Blocken verteidigt zwei frei wählbare Kombinationen ausführen
Anwendungsaufgabe Boden
(3 Aktionen)
3 unterschiedliche Techniken vom Stand zum Boden
  • als Folgetechnik nach einem missglückten Angriff von Uke,
  • als direkter Übergang (z.B. als Hikkomi-gaeshi) und
  • als Fortsetzung eines eigenen missglückten oder teilweise erfolgreichen Angriffs
Randori
(5 Randori a`2 min.)
  • Im Standrandori Wurftechniken in sinnvollen Kombinationen und als Konter nach Ausweichen oder Blocken werfen
  • Bodenrandori in Standardsituationen beginnen
Kata
  • Nage-no-kata Gruppe Koshi-waza

    KOSHI WAZA

     Uki-goshi
     Image
     Harai-goshi
     Image
     Tsuri-komi-goshi
     Image



Erläuterungen zum Prüfungsprogramm des 3. Kyu (grüner Gürtel)

Ausbildungsschwerpunkte

  • Nachdem in der vorhergehenden Ausbildungsstufe Blocken als Verteidigungsverhalten eingeführt worden ist, können in der Stufe des 3. Kyu weitere sich daraus ergebende Kontertechniken eingeführt werden
  • Die neuen Sutemi-waza (Selbstfalltechniken) erfordern eine Verfeinerung des Fallens nach vorne, was sich in der Einführung des freien Falls zu beiden Seiten widerspiegelt.
  • Auch wenn es sich aus den Anforderungen der Prüfungsinhalte nicht zwangsläufig ergibt, ist eine variable Ausweitung der Fähigkeiten im Bereich Kumi-kata („die Art, wie man greift“) zwingend notwendig
  • Mit den Anwendungsaufgaben wird weiter auf die komplexe Anwendung der Judotechniken in freien Situationen vorbereitet.
  • Der für die Teilnahme an Wettkämpfen sehr wichtige Zusammenhang zwischen Stand- und Bodentechniken wird mit der Anwendungsaufgabe Boden beispielhaft dargestellt.
  • Für das Randori werden die konkreten Vorgaben verringert, daher kann man es offener und freier durchführen.
  • Beim Einstieg in die Nage-no-kata soll „formelles Üben“ vermittelt werden als eine andere Art, Judo zu betreiben und zu verstehen.

Anmerkungen den Prüfungsfächern

1. Vorkenntnisse

Da das Prüfungsprogramm zum 3. Kyu als einziges alle acht Prüfungsfächer enthält, sollten Vorkenntnisse nur dann ein wenig eingehender überprüft werden, wenn es sich für das Gesamtbild der Prüfung als zwingend notwendig erweist.

2. Falltechnik

Die Demonstration des freien Falls kann (aber muss nicht!) vor allem bei Judoka ab 30 Jahren auch auf einer Weichbodenmatte toleriert werden.

3. Grundform der Wurftechnik

Koshi-guruma und Ushiro-goshi gehören zusammen, da das eine der Angriff ist, der durch die andere Technik gekontert wird. Kontern durch Ausheben soll man unbedingt beidseitig lernen.

  • Tani-otoshi ist als Konter eine sehr schwierige Technik. Es empfiehlt sich daher Tani-otoshi zunächst entweder als Angriff oder als antizipierten Konter einzuführen. Damit ist gemeint, dass man den Konter nicht über ein vorhergehendes Blocken einführt, sondern in den Angriff des Gegners hinein startet.
  • Sumi-gaeshi sollte mit normalem Griff (siehe aktuelle Wettkampfregel)gezeigt werden; in Ausnahmefällen (z.B. bei erfolgreichen Wettkämpfern) kann jedoch auch Yoko-sumi-gaeshi (mit einseitigem Diagonalgriff) akzeptiert werden

4. Grundform der Bodentechnik

Beide verlangten Armhebel lassen sich gut aus einer Kesa-gatame Position einführen.

  • Ukes Sicherheit muss durch dosierten Einsatz der Beinkraft gewährleistet sein.
  • Mit Ashi-garami ist ein Ude-garami mit Einsatz des Beines gemeint.

5. Anwendungsaufgabe im Stand

Situationen für das Anwenden der Wurftechniken sind: a) unterschiedliche Aktivitäten von Uke und/oder Tori (z.B. schieben, ziehen, heben, nach unten drücken etc.), b) unterschiedliche Bewegungsrichtungen (vor, rück, nach rechts, nach links, im Kreis rechts, im Kreis links), unterschiedliche Auslagen (Ai-yotsu, Kenka-yotsu), c) Wurf als direkter Angriff, als Konter, in einer Kombination sowie d) mit unterschiedlichen Griffen an Ärmel, Kragen oder anderen Teilen des Judogi.

6. Anwendungsaufgabe am Boden

Hier geht es darum, die drei grundsätzlich möglichen Übergange zum Boden mit je einem Beispiel aufzuzeigen. Beim direkten Übergang steht die Zieltechnik am Boden im Vordergrund, bei den beiden anderen die Handlungskette.

7. Randori

Randori auf dieser Stufe sollte ein freies, spielerischen Üben mit leichtem „Kampfcharakter“ sein. Die beim Randori übenden Judoka sollen

  • nicht mehr an vorgegebenen Bewegungsmustern festkleben, sondern die gestellten Aufgaben in Stand und Boden leicht und locker mit einem angemessenen Wechsel aus Anspannung und Lockerheit kämpferisch lösen

8. Kata

Als erste zu erlernende Gruppe wurde die 3. Gruppe Koshi-waza („Hüftwürfe“) der Nage-no-kata („Form des Werfens“) ausgewählt, weil die Wurftechniken dieser Gruppe in den vorhergehenden Stufen schon unterrichtet wurden. So können sich die Judoka ganz auf die spezifischen Anforderungen einer Kata (genaue Absprache, Art des Bewegens, spezielle Wurfausführung) konzentrieren.

 

Lexikon / neue japanische Begriffe

48. Ashi-garami Beugehebel mit Hilfe des Beins
49. Ashi-gatame Armstreckhebel mit Hilfe des Beins (auch des Knies)
50. Hane-goshi Hüftspringwurf, wörtl. „schnellender Hüftwurf“
51. Kata Form
52. Koshi-guruma Hüftrad
53. Nage-no-kata Form des Werfens
54. Sumi-gaeshi Ecken-Kippe
55. Tani-otoshi Talfallzug, „ins Tal stürzen“
56. Ushiro-goshi Hüftgegenwurf
57. Yoko-sumi-gaeshi Seitliche Ecken-Kippe